Detecon
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26.03.2020

Kein 'Remote Work' ohne 'New Work'

Die unterschätzte Herausforderung für Unternehmen
Artikel Linkedin von Marc Wagner #remote

von Marc Wagner

Ein Schrei geht durch das Land: nach #RemoteWork und #HomeOffice in Zeiten der Krise. Der Corona-Virus mobilisiert selbst die letzten Verweigerer der Transformation und alle haben sie erkannt, dass alte Muster in neuen Zeiten nicht funktionieren. Natürlich wollen die meisten am liebsten nur kurz springen. Lasst uns Laptops kaufen. Dann sollen Infizierte und Noch-Nicht-Infizierte eben Home Office machen.

Was Viele nicht verstehen: Laptops kaufen ist nicht genug. Nach einem schnellen Sprint kommt man langfristig nicht an einer ganzheitlichen Sicht vorbei. Oder einfacher: Wer #RemoteWork sagt, muss auch #NewWork sagen. Insofern wird die aktuell erlebte Situation Lackmustest und Beschleuniger der Fähigkeiten zur Innovation der Deutschland AG.

#RemoteWork wird gewaltig knirschen

Wenn wir bisher vor allem auf Weisung und Kontrolle gesetzt haben, ist es allerdings wahrscheinlich, dass wir unseren Mitarbeitern im Home Office misstrauen. Wer weiß, was da passiert. Wie können wir überhaupt kontrollieren, was da passiert, sind Bodycams zulässig?

Aber selbst bei gutem Willen: Wie organisieren sich Mitarbeiter, die bisher brav zusammen und vor allem nah beim Chef saßen? Und wie führt man solche Mitarbeiter als Chef? Wie nehmen wir die (größtenteils unberechtigte) Angst, dass Mitarbeiter ohne direkte physische Anwesenheitskontrolle nicht mehr produktiv für das Unternehmen arbeiten?

Es wird in vielen Projekten gewaltig knirschen. Aber es gibt gute Möglichkeiten, nun planvoll mit kleinen Schritten zu starten, die auf ein großes Ganzes hinarbeiten.

Kein #RemoteWork ohne #NewWork

Die Wahrheit ist: Kein #RemoteWork ohne #NewWork – zumindest mittelfristig. Nach einem schnellen Sprint kommt man langfristig nicht an einer ganzheitlichen Sicht auf die Dimensionen People & Organisation, Places & Platforms, Principles & Regulations, Technology & Data vorbei. Kurzum: die Arbeitsumgebung, die technische Infrastruktur, die Regeln zur Zusammenarbeit UND die Kultur müssen stimmen.

Schaut man sich aber Studien zum Thema an, z.B. die Studie von WHU und Oracle, dann erkennt man in Deutschland eine breite Verweigerungs- und Zögerungshaltung. Der Virus wartet aber nicht auf unseren Planungs- und Umsetzungszyklus und auch der Markt ist wenig gnadenvoll, wenn die Performance nicht stimmt.

Was tun? New Work, aber ‚ein wenig‘ beschleunigt

In unseren Projekten erkennen wir das Bedürfnis nach Geschwindigkeit und pragmatischer Umsetzung. Das ist auch verständlich. Jetzt geht es darum, in einer Strategie der verschiedenen Zeithorizonte zunächst einmal die schlimmsten Feuer zu löschen und einen Katalog von Sofort-Maßnahmen zu realisieren, der mehr umfasst als nur Laptops kaufen und Skype/Webex einzuführen. Neue, schlank etablierte Arbeitsmodelle, Absicherung der rechtlichen Fragen, … hier gibt es einiges schnell zu tun.

Dann aber sollte man sich bewusst sein: Nach der Krise ist vor der Krise. Es wird weitere unerwartete Ereignisse geben, die uns vor ähnliche Herausforderungen stellen. Deshalb sollte jetzt mittel- und langfristig gedacht und gestaltet werden, damit man antifragil aus dem Dauerzucken der Schwarzen Schwäne herauskommt. Sorry, wenn dies keine schöne Antwort ist, aber es ist nicht die Zeit für Wunschkonzerte. Unternehmen müssen sich nicht nur vor dem Hintergrund der aktuellen Lage darauf einstellen, dass virtuelle New-Work-Strukturen zum Pflichtprogramm werden und nicht die Kirsche auf der Torte bleiben.

Wenigstens eine positive Nachricht?

Die aktuelle Situation wird zum Beschleuniger unserer Fähigkeit zur fundamentalen Innovation. Die Innovativsten werden potenziell mittelfristig gestärkt aus der Krise hervorgehen. Das ist die positive Nachricht. Diejenigen, die Laptops hamstern und sich mit der Frage einer zunehmend virtuellen Zusammenarbeit nicht ernsthaft beschäftigen, werden wahrscheinlich auch mit Transferleistungen mittelfristig nicht bestehen.

Ich wünsche allen Menschen und Organisationen, dass sie gesund aus der Krise hervorgehen. In jeder Hinsicht.

P.S. Wir beschäftigen uns bei Detecon und gemeinsam mit unseren Kunden schon seit geraumer Zeit mit dem Thema #NewWork und mit neuen Formen der (virtuellen) Zusammenarbeit. Daher haben und werden wir weiterhin eine Reihe von Beiträgen und konkreten Empfehlungen zum Umgang mit der Krise bereitstellen. Ihre/Eure Fragen/Wunschthemen sind ganz herzlich willkommen.

Der Original-Beitrag erschien am 16.03.2020 bei Linkedin

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